Fragen von Peter Hartmann für die Fragestunde der Landratssitzung vom 30. Oktober 2025

Im Dezember 2025 wird der Viertelstundentakt der S3 zwischen Basel und Liestal aufgenommen. Möglich wird dies dank des Bahnausbauprojekts «Entflechtung Basel – Muttenz», welches im März 2020 gestartet wurde und gemäss Angaben der SBB ca 300 Millionen Franken kostet. Gemäss Aussagen des Tiefbauamts Basel-Landschaft wird die Bahnhofumgebung täglich von rund 12’000 Menschen genutzt; davon sind viele Schülerinnen und Schüler und Studierende aufgrund des Bildungsstandorts Muttenz.

Infolge des Ausbaus verkehren die S-Bahn Züge in Richtung Basel nur noch auf Gleis 1 und in Richtung Pratteln (bzw. in Richtung Liestal und Rheinfelden) nur noch auf Gleis 4. Unmittelbar an das Perron von Gleis 4 grenzt auch der Rangierbahnhof mit der Bremsanlage für die Güterwagen, welche nach dem Verlassen des Abrollbergs mechanisch abgebremst werden. Die Distanz zwischen Perron und dem nächstgelegenen Gleis mit Bremsanlage beträgt nur 20 Meter.

Das Resultat für die wartenden Passagiere ist ohrenbetäubender Lärm in einem sehr hohen Frequenzbereich, weil keine Lärmschutzmassnahmen bestehen. Der Fragesteller hat während des Wartens auf den Zug mit der App «Dezibel X» am 7.10.2025 und am 21.10.2025 den Lärm gemessen. Der Maximalpegel (Max) lag in der Grössenordnung von 101 – 102 dB und der Spitzenwert (Peak) in der Grössenordnung von 105 – 106 dBA. Bei dieser Lärmbelastung hilft nur eines, was auch viele Reisende resp. wartende Leute tun: Tasche abstellen und sich die Ohren mit den Händen resp. Fingern zuzuhalten.

Ich bin mir bewusst, dass es sich bei einer Lärmmessung mit dem I-Phone weder um ein Messgerät der Klasse 1, noch um ein kalibriertes Gerät handelt. Trotzdem möchte ich der Regierung folgende Fragen stellen:

  • Ist sich die Regierung der Lärmproblematik beim Perron von Gleis 4 in Muttenz bewusst?
  • Wie beurteilt die Regierung Lärmbelastungen mit Maxima in der Grössenordnung von 100 dBA resp. Peaks von 105 dBA in Bezug auf die Gesundheit der wartenden Passagiere, insbesondere auch von Kleinkindern, Schulkindern und Jugendlichen?
  • Ist die Regierung bereit, Kontakt mit den SBB aufzunehmen und sich dafür einzusetzen, dass der Lärm auf ein zumutbares Niveau gesenkt wird, z.B. mit Realisierung einer Lärmschutzwand zwischen Rangierbahnhof und Perron 4?