Frage von Landrätin Flavia Müller für die Fragestunde der Ratssitzung am 13. November 2025

In der Schweiz nahm die Kriminalität 2024 stark zu. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat nun die neusten Daten zu den in der Schweiz verurteilten Personen im 2024 veröffentlicht. Neu weist das BFS die Zahlen zu den einzelnen Straftaten für jede Nationalität separat aus.

Insgesamt wurden im letzten Jahr über 33’000 Menschen schuldig gesprochen. Bei den Ausländerinnen und Ausländern ohne ständigen Wohnsitz in der Schweiz wurden die meisten Delikte von Algeriern, Rumänen und Franzosen begangen. In absoluten Zahlen waren es nach den Schweizerinnen und Schweizern Personen aus Portugal.

So aufschlussreich solche Statistiken sind, es besteht die Gefahr, dass dadurch Rassismus gegenüber Personengruppen dieser Statistik entsteht. Auch Donald Trump befeuert diese Befürchtung mit seiner – leider korrekten – Aussage, in Schweizer Gefängnissen seien über 70% Ausländer.

Ich möchte von der Regierung wissen, wie sich die neue Kriminalstatistik mit aufgeschlüsselten Nationalitäten auf die Polizeiarbeit auswirkt und wie sichergestellt werden kann, dass diese Statistik nicht zu Racial Profiling bzw. Voreingenommenheit gegenüber gewissen Nationalitäten führt – bei Polizei, Bevölkerung aber auch in den Medien.

  1. Wie hat sich die Situation seit Bekanntgabe dieser Daten im Kanton entwickelt, kam es allenfalls zu Fällen von Racial Profiling oder hat sich bei der täglichen Arbeit etwas verändert? Wenn ja, wie wurde damit umgegangen?
  2. Kann der Kanton sicherstellen, dass die Kenntnis der nach Nationalität aufgeschlüsselten Daten weder bei der Polizei noch bei der Bevölkerung zu Voreingenommenheit oder aufkeimendem Rassismus führt? Welche Massnahmen werden da ergriffen?
  3. Muss gegenüber der Bevölkerung und den Medien die Nationalität der betroffenen zwingend mitgeteilt werden (gesetzliche Vorgabe) oder könnte man darauf verzichten, um die Neutralität zu schützen?