Illegale Tierimporte

Interpellation von Marco Agostini für die Landratssitzung vom 20. Mai 2021

In Kleinanzeigen und im Internet werden viele Hunde- und Katzenwelpen angeboten, die aus Zuchtfabriken aus dem Ausland stammen. Händler werben damit, eine große Auswahl verschiedener (Mode-)Rassen anbieten zu können. Oft werden die jungen Tiere sehr günstig angeboten, aber mittlerweile versuchen sich illegale Händler auch als seriöse Züchter auszugeben und verlangen höhere Preise.

Das Leid dieser Welpen ist immens. Sie werden meist viel zu früh von der Mutter getrennt, so dass die für Hunde und Katzen sehr wichtige Sozialisierung nicht stattfinden kann. Anstatt nach der Prägephase zwischen der achten und zwölften Lebenswoche an ihre zukünftigen Halter übergeben zu werden, bleiben die Welpen bei den illegalen Tierhändlern in der Regel nur zwei bis vier Wochen bei der Mutter. Die Folge: Massive Verhaltensprobleme der Tiere, auch im Erwachsenenalter.

Das grausame Geschäft mit den Welpen führt auch zu erheblichem Leid bei den Elterntieren. Die Mutterhündinnen werden oft über Jahre hinweg als „Gebärmaschinen“ missbraucht, den Rüden werden Hormone gespritzt, damit sie immer wieder decken können. Die Hunde vegetieren in kleinen Zwingern vor sich hin – ohne Tageslicht, ohne Kontakt zu anderen Tieren, ohne Umwelteindrücke und -geräusche, ohne menschliche Zuneigung und ohne je eine Pfote auf eine Wiese oder einen Waldboden gesetzt zu haben.

  1. Welche Möglichkeiten sehen die Regierung und die zuständigen Verwaltungseinheiten des Kantons Basel-Landschaft, damit diese fragwürdigen Praktiken unterbunden und dem Leid der betroffenen Tiere ein Ende gesetzt werden kann?
  2. Wie erfolgt im Kanton Basel-Landschaft die Kontrolle bei importierten Tieren zur Sicherstellung, dass sowohl Jungtiere als auch Muttertiere eine tiergerechte Behandlung erfahren?
  3. Sind Bestrebungen geplant, den illegalen Handel einzudämmen, dubiose Händler zu bestrafen und die Käuferschaft umfassend zu sensibilisieren?
  4. Wie viele Hunde und Katzen wurden im Zeitraum 2016 bis 2021 ohne Handelsbewilligung eingeführt und welche Massnahmen haben die zuständigen Behörden bei Widerhandlungen angeordnet?
  5. Gemäss Amicus gab es im Kanton BL einen Anstieg an neuregistrierten Hunden. Wie geht der Kanton mit diesem Anstieg um?
  6. Werden Fälle, bei denen ein Tierarzt nötig ist, gemeldet, registriert und wenn nötig geprüft und wird der Fall weiterverfolgt?
  7. Findet in Fällen der illegalen Einfuhr ein Austausch mit den anderen Kantonen und den grenznahen ausländischen Behörden in Bezug auf die gemeinsame Strafverfolgung der illegalen Händler statt?

Weitere Auskünfte: 

Marco Agostini

Präsident Grüne Reinach / Aesch / Pfeffingen
Unternehmer
Mobil: 079 353 08 91

Infos zur Person

Mandate

  • Landrat, Vize-Präsident Petitionskommission
  • Mitglied Districtsrat des Trinationalen Eurodistricts Basel
  • Mitglied Oberrheinrat