Interpellation: Doktorate an der Uni Basel

«Keine Kraft mehr, kein Geld mehr, keine Lust mehr“: Schätzungen zufolge brechen in Deutschland fast 40 Prozent der Doktoranden ihre Dissertation ab. Schuld sei die schlechte Betreuung, die Nutzung von Doktoranden als „billige“ Arbeitskräfte und falsche Karriereerwartungen der Doktoranden urteilt Friedrich Hofmann, emeritierter Professor für Arbeitsmedizin.

Oft dauern Doktorate heute mehr als 4 oder gar 5 Jahre, was dazu führt, dass diese Absolventen oft über 30 Jahre alt sind bevor sie in den Arbeitsmarkt eintreten.

Mit einer Doktorarbeit soll der Verfasser nachweisen, dass er in der Lage ist, eigenständig zu forschen. Das kann er gemäss entsprechender Untersuchungen in drei Jahren genauso gut machen wie in sechs. Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, warum sich die Arbeit an einer Dissertation so lange hinziehen muss. In vielen Bereichen ist die Entwicklung so dynamisch, dass die Gefahr besteht, dass das Doktoratsthema von der Realität überholt wird. Deshalb sollte das Doktorat sowohl von der Zeit als auch vom Umfang her begrenzt werden. Eine 7-jährige Arbeit mit 600 bis 700 Seiten ist für alle Beteiligten eine Katastrophe.

 

In diesem Zusammenhang bitte ich die Regierung um die schriftliche Beantwortung der folgenden Fragen:

1.       Wie viele Prozent der begonnenen Doktorate werden je Fakultät an der Uni Basel erfolgreich abgeschlossen?

2.       Werden die Gründe für abgebrochene Doktorate erfasst? Falls ja, welches sind die Abbruchgründe?

3.       Was ist die durchschnittliche Dauer von in den letzten 5 Jahren abgeschlossenen Doktoraten an der Uni Basel je Fakultät? Was war in dieser Periode die kürzeste, was die längste Doktoratsdauer (jeweils unterschieden nach Geschlecht)?

4.       Wie viele Doktorate betreut ein Professor im Durchschnitt als Hauptreferent je Fakultät? Was ist die kleinste, was die höchste Anzahl betreuter Doktorate?

5.       Wie viele Prozent der Doktorierenden haben eine Anstellung an der Universität (je Fakultät)?

6.       Doktorate werden typischerweise im Alter gemacht, indem auch die Familiengründung erfolgt. Wie vereinbar sind Familie und Doktorat an der Uni Basel?

7.       Wie hoch ist der Anteil an abgeschlossenen/abgebrochenen Doktoraten von Frauen/Männern, von AusländerInnen/SchweizerInnen je Fakultät?

8.       Gibt es an der Uni Basel Richtlinien bezüglich Länge und Umfang von Doktorarbeiten? Wie sieht dies an anderen Schweizer Hochschulen aus?