Postulat: Biodiversität fördern durch Sicherung der ökologischen Infrastruktur

Die Biodiversität in der Schweiz und im Baselbiet stehen massiv unter Druck. Damit stehen auch die ökosystemfunktionen und –dienstleistungen unter Druck von denen wir Menschen profitieren. Diverse Tiere und Pflanzen werden seltener, werden immer mehr verdrängt oder sind gar vom Aussterben bedroht. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass den Arten zuwenig Lebensraum zur Verfügung steht und dass der zur Verfügung stehende Lebensraum in seiner Qualität abnimmt.

Die OECD stellt der Schweiz ein schlechtes Zeugnis aus was Erhalt von Lebensraum für Pflanzen und Tiere anbelangt. Die OECD fordert 17% Schutzflächen, im Baselbiet haben wir 8.6% Fläche geschützt. Auch ein dieses Jahr publizierter Bericht des Bundesamts für Umwelt zeigte deutlich, dass es in der Schweiz um die Biodiversität schlecht bestellt ist.

Wesentlich für eine positive Entwicklung der die Biodiversität ist ökologische Infrastruktur. Ein wichtiger Teil dieser Infrastruktur sind Schutzgebiete. Wichtig sind die Grösse der gesamthaft geschützten Fläche (gefordert sind mindestens 17% von der OECD), die Qualität der Flächen (nationale Definition von unterschiedlichen Qualitäten) sowie die Vernetzung der geschützten Flächen.

Der Regierungsrat wird eingeladen zu prüfen und zu berichten, wie spätestens ab 2020 die ökologische Infrastruktur gesichert und ausgebaut werden könnte. Dafür soll ein Programm zur Förderung von Unterschutzstellungen von Flächen (beispielsweise über 10 Jahre) zwecks Erhöhung der Fläche von heute 8.6% auf mindestens 15% entwickelt werden. Weiter ist zu prüfen, wie die Qualität der bereits gesicherten Flächen erhalten und wie die Vernetzung verbessert werden kann.

Ein Verpflichtungskredit für ein solches Programm ist zu prüfen.

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Philipp Schoch

Fachgruppe Energie und Umweltschutz, Vertretung Unabhängige Pratteln

Infos zur Person

Mandate

  • eh Landrat
  • eh Landratspräsident 2016/17

Definition: 8.6%. Kumulierte Fläche der kantonalen Unterschutzstellungen im Verhältnis zur gesamten Kantonsfläche. Zu den kantonalen Unterschutzstellungen werden Naturschutzgebiete (inkl. Waldreservate) mit effektivem Flächenschutz (grundeigentümerverbindlicher Schutz oder Schutz durch Vertrag mit dem Eigentümer) gezählt.