Postulat: Aktionsplan Reduktion Stickstoff

Luftreinhalteplan und Umweltberichte beider Basel zeigen deutlich auf, dass die Eintragung von Stickstoff (unter anderem im Wald) ein ungelöstes ökologisches Problem ist. Die Bodenversauerung im Wald ist ein wesentlich Stressfaktor für das Ökosystem Wald und wirkt sich negativ auf das Wachstum der Bäume aus (geschwächte Wurzeln, verringerte Nährstoffaufnahme).

Eine Ursache für die hohe Eintragung von Stickstoff in den Wäldern ist die intensive Landwirtschaft und deren Ammoniakemissionen (Stickstoff). Die Schweizer Landwirtschaft gehört mit ihrer Nutztierdichte im europaweiten Vergleich zu den Spitzenreitern. Immernoch wird der Hofdünger oft nicht im „Best-Praxis“-Verfahren ausgebracht.. Die Verbrennungsprozesse (Motoren und Heizungen) sind die wichtigsten Verursacher der Stickoxid-Emissionen. Mit den heutigen Massnahmen kann keines der nationalen Reduktionsziele erreicht werden. Die Stickstoffproblematik rückt deshalb immer stärker in den Fokus der Umweltpolitik (BAFU).

Der sogenannte “Critical Load” kritischer Eintragswert an Stickstoff wird gemäss Bundesamt für Umwelt in über 80% der Wälder in der Schweiz überschritten. Der Critical Load ist jene Menge Stickstoff, die ein empfindliches Ökosystem wie einen Wald, ein Moor oder eine Trockenwiese erträgt, ohne Schaden zu nehmen. Sie beträgt für Wald in der Schweiz 10 bis 20 kg Stickstoff pro Hektare und Jahr. Standorte mit Einträgen von über 40kg N/ha und Jahr sind in den viehdichten Regionen der Schweiz keine Seltenheit.

Benötigt werden Massnahmen im Bereich der Viehhaltung, beim Ausbringen des Hoffdüngers, bei der Mobilität der Bevölkerung sowie bei der Effizienz der Nutzung von Energieressourcen. Die Massnahmen sind bekannt, doch noch hapert es an der Umsetzung. Ziel muss es sein, unseren ökologischen Fussabdruck in Bezug auf Stickstoff zu verkleinern.

Der Regierungsrat wird eingeladen zu prüfen und zu berichten, wie Stickstoff um 50% reduziert werden kann. Es braucht einen verstärkten Aktionsplan inklusive eines konkreten Massnahmenpakets mit überprüfbaren Zwischenzielen.

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Philipp Schoch

Fachgruppe Energie und Umweltschutz, Vertretung Unabhängige Pratteln

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  • eh Landrat
  • eh Landratspräsident 2016/17