Stellungnahme Schulsozialarbeit

Vernehmlassung Änderung Bildungsgesetz: Schulsozialarbeit auf der Primarstufe und Übertragung von Schulsozialarbeit

Sehr geehrte Frau Gengenbach

Wir danken Ihnen für die Einladung zur Stellungnahme betreffend Änderung Bildungsgesetz „Schulsozialarbeit auf der Primarstufe und Übertragung von Schulsozialarbeit“.

Die Schulsozialarbeit kann helfen, das Vertrauen und die Kooperation zwischen Schülerschaft, Lehrkräften, Eltern, Schulhauspersonal, Behörden und Quartierbevölkerung zu stärken. Sie dient damit auch der Gewaltvorbeugung und Konfliktbewältigung. Auf der Sekundarstufe ist die Schulsozialarbeit bereits überall erfolgreich eingeführt.

Die Grünen Baselland befürworten eine Erweiterung auf die Primarschulstufe. Die Möglichkeit zur Übertragung der bereits bestehenden Schulsozialarbeiten der Sekundarschulstandorte an die Gemeinden und die Auslagerung an private Anbieter hat den Vorteil das passende Angebot auszusuchen. Es können Synergien genutzt werden, die Stellenprozente der Sozialarbeiter zusammengelegt und bei Bedarf auch themenspezifische Angebote von privaten Anbieter gebucht werden.

Die Grünen Baselland können sich hinter die Eckpunkte stellen. Die vorgesehene Änderung des Bildungsgesetzes ist für die Gemeinden, die Schulstandorte und die einzelnen Schulen flexibel genug um auch situativ zu reagieren und das beste Angebot umzusetzen. Die bereits in einigen Gemeinden eingeführte Schulsozialarbeit wird auf eine rechtliche Grundlage gesetzt und dementsprechend auch gewürdigt.

Auf Verordnungsstufe befürworten wir berufliche Mindeststandards. Um effiziente und nachhaltige Resultate zu erhalten, spielt nicht nur die Qualität der Schulsozialarbeit eine grosse Rolle, sondern auch die Art der Unterstützung. Gerade für kleinere Gemeinden sind die Empfehlungen zur Ausgestaltung der Schulsozialarbeit und das Leistungs-Angebot des Kantons äusserst hilfreich.

Die Grünen Baselland empfehlen die Ansiedlung des fachlichen Teils der Schulsozialarbeit und die Aufsicht beim Sozialdienst der Gemeinden. Im Falle der kantonalen Angebote sind die Grünen Baselland weiterhin der Meinung, das AKJB ist die richtige Stelle. Dort findet sich das Know-How der Fachpersonen, die Möglichkeit von Supervisionen und die nötige Unabhängigkeit. Wir stellen uns eine Plattform „Schulsozialarbeit“ vor; eine Zusammenarbeit von Schulsozialarbeitenden, der Schulleitungen und allenfalls weiteren Schulbeteiligten, fachlichen Austausch zwischen den Schulbeteiligten, sowie Aus- und Weiterbildung. Wir bitten um Prüfung dieses Vorschlags auf Ebene Kanton und Gemeinden.

Wie in 5.1 „Generelle Auswirkungen von Schulsozialarbeit auf der Primarschule“ beschrieben, reduziert dies Kosten in den kommunalen Sozialdiensten. Das hat schlussendlich auch Auswirkungen auf die Kantonsfinanzen.

Im Weiteren profitieren auch die nachfolgenden Schulstufen, denn es ist eine andere Qualität an Schüler und Schülerinnen zu erwarten. Probleme sind nämlich bereits auf Unterstufe verringert worden. Aus diesem Grund sind die Grünen Baselland der Meinung, diese wichtige Aufgabenverschiebung nach unten, auch finanziell entsprechend zu würdigen. Zum Beispiel könnten die Kosten für kantonale Angebote reduziert werden, entweder durch eine Pauschale oder nach tatsächlichem Stundenaufwand zu einem reduzierten Satz. Auch könnte unser Vorschlag einer Plattform „Schulsozialarbeit“, für Primarschulzentren kleinerer Gemeinden hilfreich für die Ressourcenverwaltung sein.

Wir danken Ihnen für die Kenntnisnahme und Berücksichtigung unserer Vorschläge.