Die Einführung bzw. genaueren Spezifizierung des Abflugverfahrens RNAV am Euroairport hat dazu geführt, dass die effektiv geflogenen Startrouten jetzt überwiegend über Allschwil führen und die Lärmbelastung dort massiv erhöhen. Gemäss Umweltbericht des EAP hat sich der Schalldruck 2014 zwischen 23 und 24 Uhr in Allschwil verzehnfacht. 2016 wurde der massgebende Lärm-Grenzwert von 50 Leq für die Stunde von 23-24 Uhr mit 51,2 dB klar überschritten.
Verstärkt wird diese Entwicklung durch die starke Zunahme der Starts Richtung Süden, da die Ost-West-Piste deutlich weniger benutzt wird.

Abflug 6.7.2012

Abflug mit RNAV
gelb: Landesgrenze
rot: Radarspuren von Startprozeduren LUMEL
blau: Radarspuren von Startprozeduren ELBEG

Mit der Einführung der RNAV-Prozeduren 2014 wurde ein sehr grosser Teil der Starts nach Süden genau über den Dorfkern von Allschwil verschoben, während früher die 90°- und 270°-Wende ausserhalb der Landesgrenze zwischen den Ortsrändern von Allschwil und Hegenheim erfolgte.
 
Es ist wenig verständlich, weshalb die vor 2014 bestens funktionierenden Abflugverfahren mit einem um 600 – 1000m nördlich liegenden Abdrehpunkt nach Westen nicht wieder eingeführt werden können und damit die Starts über mehrheitlich unbewohntes Gebiet zwischen Allschwil und Hegenheim führen können. Für die lärmgeplagte Bevölkerung in Allschwil ergäbe sich dadurch eine deutliche Verbesserung. Parallel dazu ergäbe sich auch ein erheblicher Sicherheitsgewinn in der risikobehafteten Startphase der Flugzeuge.
In diesem Sinne wird beantragt:
Die Regierung instruiert ihre Vertreter im Verwaltungsrat des EAP sich für eine Verschiebung des Abdrehpunkts des Abflugverfahrens RNAV um ca. 600 – 1000m nach Norden, so dass das Schwergewicht der Abflüge gemäss diesem Verfahren über unbewohntes Gebiet zwischen den Gemeinden Allschwil und Hegenheim zu liegen kommt. Die Eigentümerstrategie des Kantons zum EAP wird entsprechend angepasst.