Unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte im Kanton
Postulat von Stephan Ackermann für die Ratssitzung am 13. November 2025
In der Interpellationsbeantwortung 2025/141 (LRV 2025/283) führt der Regierungsrat aus, dass derzeit keine systematische historische Aufarbeitung der kantonalen Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen geplant ist, obschon das Staatsarchiv BL über reichhaltige und einschlägige Bestände verfügt (u. a. Akten der Amtsvormundschaften, Heime, Birmann-Stiftung). Diese archivalische Ausgangslage schafft hervorragende Voraussetzungen für ein wissenschaftlich fundiertes Forschungsprojekt. Angesichts der Bedeutung von Anerkennung, Dokumentation und Lernen aus der Vergangenheit – die auch in der Antwort durch den Verweis auf Erinnerungsarbeit betont wird – erscheint eine unabhängige, universitäre Aufarbeitung als folgerichtiger nächster Schritt. Sie stellt nicht nur methodische Qualität und Transparenz sicher (z. B. durch Peer Review und Publikationskonzept), sondern ermöglicht es, Betroffenenperspektiven systematisch einzubeziehen, Handlungsempfehlungen abzuleiten und die erinnerungspolitische Arbeit des Kantons auf eine robuste, evidenzbasierte Grundlage zu stellen.
Der Regierungsrat wird beauftragt, eine unabhängige, wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und administrativen Versorgungen im Kanton Basel-Landschaft zu finanzieren und in Zusammenarbeit mit einer Universität durchzuführen.