Platanenschutz beim Ersatzneubau Sek Allschwil – Projekt „MOSAIK“
Fragen von Flavia Müller für die Fragestunde der Ratssitzung am 11. Dezember 2025
Im März dieses Jahres erteilte der Landrat dem Projekt „MOSAIK“ eine Ausgabenbewilligung von 108 Mio. Franken. Dabei wurde von Kommissionspräsident Thomas Eugster (FDP) erwähnt, dass die sorgfältige Gestaltung der Grün- und Aussenanlagen das Konzept abrundet.
Gemäss Ausführungsplänen ist neu (entgegen den ursprünglichen Plänen, über die der Landrat entschieden hatte) entlang der Feldstrasse ein „Abstellplatz Hubrettungsfahrzeug“ vorgesehen, für den die bestehenden, 40-60 Jahre alten Platanen entfernt werden sollen.
Das zugrundeliegende Projekt „MOSAIK“ wurde im Architekturwettbewerb u.a. deshalb zum Sieger erklärt, weil es den vorhandenen Baumbestand zu einem „Stadtwald“ ergänzt, die Gebäude „in einen Stadtwald einbettet“ und damit einen identitätsstiftenden, klima- und biodiversitätswirksamen Grünraum schafft. In den Wettbewerbsunterlagen wird betont, dass vorhandene, wertvolle Bäume und Baumgruppen erhalten und in das Konzept integriert werden sollen. Gerade im dicht bebauten Wohngebiet mit ohnehin wenigen Bäumen und öffentlichen Grünflächen sind solche grossen, eingewachsenen Bäume von zentraler Bedeutung für das Mikroklima und die Lebensqualität. Wird die Baumreihe gefällt, kann ihre ökologische Funktion auch langfristig nicht gleichwertig ersetzt werden: Jungbäume benötigen Jahrzehnte, bis sie eine vergleichbare Wirkung hinsichtlich Schatten, Verdunstungskühlung und CO₂-Bindung entfalten. Auch die Gemeinde Allschwil hat im Rahmen der laufenden Revision der Zonenvorschriften Siedlung festgelegt, dass die wichtigsten Grünflächen und bestehenden Bäume erhalten bleiben und auch neue Bäume gepflanzt werden sollen (siehe auch zukunft-allschwil.ch).
Gemäss § 11 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) Basel-Landschaft müssen sich Bauten inkl. Umgebungsgestaltung in die bestehende Umgebung einordnen. Dazu gehört ausdrücklich auch die Bepflanzung und der Schutz ortsbildprägender Elemente. Die 30–40 Jahre alten Platanen entlang der Feldstrasse sind ein zentrales Gestaltungselement des Quartiers und dienen zugleich als Puffer zwischen dem langen Baukörper A und der Wohnbebauung. Ihre Beseitigung zugunsten einer Maximierung des Bauvolumens stellt eine Verletzung des Einordnungsgebots dar, zumal der Erhalt technisch möglich und planerisch zumutbar wäre.
Ich frage deshalb die Regierung:
- Entspricht das Ausführungsprojekt in dieser Form noch denjenigen Qualitäten, die im Wettbewerb ausschlaggebend waren (insbesondere „Stadtwald“, Stadtklima und Biodiversität)?
- Ist die Regierung über die Abweichung vom bewilligten Projekt informiert und hat diesem zugestimmt?
- Kann die Regierung zum jetzigen Zeitpunkt noch sicherstellen, dass keine bestehenden, gesunden Bäume gefällt, sondern diese – wie im Siegerprojekt ausgewiesen – zu neuem Grünraum ergänzt werden?